Der Aktienmarkt – Immer in Bewegung
von FinanzSafe am 22/11/11 um 1:25 pm
Als Teil des Kapitalmarkts ist der Aktienmarkt Umschlagplatz für Unternehmensanteile, die sowohl an der Börse als auch frei gehandelt werden können. Auf diesem Handelsplatz, dessen Preise von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, werden Aktienanteile von Unternehmen gehandelt und durch Makler vermittelt.
Der deutsche Aktienmarkt
Insgesamt gibt es in Deutschland acht Wertpapierbörsen, eine Devisenbörse, eine Wertpapierterminbörse sowie eine Warenterminbörse, an denen sich der Aktienmarkt es Landes abspielt. Dabei ist die Frankfurter Wertpapierbörse, kurz FWB, die wichtigste. Auch die elektronischen Handelsplattformen Xetra und Eurex gehören dazu. Denn ein Großteil des Aktienhandels des Landes wird hier über die FWB und Xetra abgewickelt. Nach einem Einbruch während der Herrschaft der Nationalsozialisten, stieg die Frankfurter Börse mit dem Wirtschaftswunder wieder auf und gelangte zu internationaler Geltung. Heute ist sie eine der größten Aktienbörsen der Welt. Zudem gibt es in Deutschland noch sieben weitere Wertpapierbörsen, die für den Aktienmarkt wichtig sind. Zu diesen gehört die Börse Stuttgart, die auch als Baden-Württembergische Wertpapierbörse bekannt ist. Mit einem durchschnittlichen Orderanteil von immerhin einem Drittel des deutschen Parketthandels gilt sie als zweitgrößter Handelsplatz. Den dritten Rang der deutschen Börsen nehmen Hamburg und Hannover ein, wo der Fondshandel im Vordergrund steht.
Die Geschichte der Aktie
Die Aktien, die am Aktienmarkt gehandelt werden, gehen auf eine lange Tradition zurück, die bis ins alte Rom zurückreicht. Die erste Börse wurde jedoch erst sehr viel später gegründet. Im antiken Rom wurden Zollerträge und Gewinne aus Bergwerken und Salinen verpachtet an Finanzgesellschaften mit vielen Mitgliedern. Im 12. Jahrhundert entstand in Italien das Bankensystem. Im 15. Jahrhundert wurde schließlich die erste Börse im belgischen Brügge gegründet, doch die Aktie entstand erst im 17. Jahrhundert unter Beteiligung der Amsterdamer Gewürzhändler. Nun wurden Kaufleute, Provinzen oder gar Städte an den Geschäften mit den Gewürzen aus Übersee beteiligt, indem sie Anteile kaufen konnten, um so für mehr Kapital zu sorgen und auch, um eine gewisse Absicherung gegenüber den Risiken der langen Überfahrten zu bringen. Dies war die Geburtsstunde der Aktie. Der Aktienmarkt funktioniert letztlich ganz ähnlich wie ein ganz normaler Wochenmarkt. Börsianer handeln mit Aktien, indem Sie kaufen und verkaufen unter Einhaltung bestimmter Regeln, die von der Deutschen Börse oder speziellen Behörden überwacht werden. Diese Regeln sind notwendig, da es sich bei Aktien um Unternehmensanteile handelt, die zusammenhängen mit Arbeitsplätzen, sozialer Verantwortung und Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft.
Der moderne Aktienhandel
Interessant ist, dass sich vieles auf eher virtueller Ebene abspielt. In den Händen hält wohl kaum ein Händler an der Börse sein Handelsgut jemals. Denn Wertpapiere wie beispielsweise die Aktie wechseln den Besitzer nicht mehr in physischer Form, indem ein Stück Papier weiter gereicht wird. Es passiert mehr und mehr virtuell und so wird ein Wertpapier einem Depot gutgeschrieben, während es aus einem anderen ausgebucht wird. Auch die Geldüberweisungen von Konto zu Konto laufen elektronisch. Heute ist es eher üblich, die Aktien aller Aktionäre eines Unternehmens durch eine Sammelurkunde zu verbriefen. Diese Urkunde wird dann zentral bei einer Wertpapiersammelstelle aufbewahrt und sogar der Aktienkurs wird heutzutage elektronisch ermittelt. Das hat auch zur Folge, dass sich die Händler am Aktienmarkt nicht mehr persönlich treffen. Doch hat dies eigentlich nur noch Symbolcharakter.
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