Gemeinsam stark – so funktionieren Versicherungen
von FinanzSafe am 26/05/11 um 1:24 pm
Der veraltete Begriff für Versicherung lautet Assekuranz. Damit wird das Versicherungsprinzip bezeichnet, also das Grundprinzip der kollektiven Risikoübernahme. Viele zahlen dabei einen Geldbetrag in eine Geldkasse ein, um daraus im Falle eines Versicherungsfalles eine Schadenausgleich zu bekommen. Dabei liegt die Annahme zugrunde, dass bei der Mehrzahl der Versicherten dieser Versicherungsfall nicht eintreten wird und die Kasse oder auch der Geldtopf reicht aus, während die Beiträge bezahlbar sind. Umfang und Häufung der Schäden werden statistisch berechnet und abgeschätzt. Hierzu werden versicherungsmathematische Methoden verwandt.
Verteiltes Risiko
Versicherungen basieren darauf, dass ein Kollektiv gemeinsam die jeweiligen Risiken trägt. Das hat den Vorteil, dass sich das Risiko letztlich vermindert, je größer das Kollektiv ist. Man nennt diesen risikomindernden Effekt, wenn Risiken gemeinsam getragen werden auch „Risikoausgleich im Kollektiv“. Je größer die Gemeinschaft, desto geringer die Gefahr, dass im Schadensfall nicht genügend Geldmittel vorhanden sind, um die Schäden zu bezahlen. Proportional gesehen bedeutet dies zudem, dass eine größere Gemeinschaft verhältnismäßig weniger Kapital zur Vorsorge benötigt als ein eher kleineres Kollektiv oder gar ein einzelnes Individuum. Mit dem geringeren Kapital geht bei größerer Gemeinschaft auch einher, dass solche Versicherungen geringere Finanzierungskosten benötigen und sich somit alle Beteiligten wesentlich günstiger gegen Risiken absichern können. Durch dieses Versicherungsprinzip wurde es erst möglich, dass die moderne Wirtschaft sich in den Industriestaaten dieser Form entwickeln konnte.
Moderne Versicherungen
Inzwischen ist das Geschäft mit den Versicherungen noch immer sehr lukrativ. Unternehmer nutzen den Risikoausgleichseffekt clever als Gewinnmöglichkeit, indem sie Risiken systematisch übernehmen. Dazu erheben Versicherer von den Versicherungsnehmern einen Versicherungsbeitrag, der zuvor fest vereinbart wurde. Tritt dann ein Schadensfall ein, übernimmt der Versicherer diesen und gleicht ihn aus. Zur Absicherung höherer Schäden stellt der Versicherer Eigenkapital, welches als Gewinn verbleibt, wenn die Schäden auf einem eher niedrigen Niveau bleiben. Aufgrund des Risikoausgleichseffekts reichen bereits geringe Sicherheitszuschläge und ein niedriges Eigenkapital, damit das Geschäft für den Versicherer gewinnbringend ist. Es gibt verschiedene Versicherungstypen.
Versicherungen für alle Fälle
Bei Personenversicherungen handelt es sich um Versicherungen, die finanzielle Leistungen in Aussicht stellen, wenn Schaden an Leib und Leben des Versicherungsnehmers eintrifft. Bei einer Risikolebensversicherung kann im Todesfall der Hinterbliebene der Leistungsempfänger sein. Auf diese Weise können Kinder oder Ehepartner abgesichert werden. Sachversicherungen decken, wie der Name vermuten lässt, insbesondere Schäden an Dingen ab. Bekannt ist in dieser Hinsicht die Kfz-Haftpflichtversicherung. Diese wird vom Halter eines Fahrzeugs abgeschlossen und tritt ein, wenn Schäden an Personen, Sachen oder an Vermögen eintreten. Diese Versicherungstypen lassen sich auch noch in viele andere Unterformen einteilen. So gibt es beispielsweise viele Produkte, die neben nur ein Versicherungsziel, sondern darüber hinaus auch noch ein Anlageziel verfolgen. Hierzu sind die die verschiedenen Formen der privaten Kapitallebensversicherung oder auch der privaten Rentenversicherung zu zählen. Zudem gibt es eine Unterscheidung zwischen gesetzlicher und privater Versicherung. Das gesetzliche Sozialversicherungssystem beinhaltet die Arbeitslosenversicherung, die Rentenversicherung, die Krankenversicherung sowie die Pflegeversicherung. Im Gegensatz zum AlG 2, besser bekannt als HartzIV, handelt es sich hierbei um Versicherungsleistungen und nicht um so genannte Transferleistungen. Viele Versicherungen bieten unterschiedliche Leistungen zu unterschiedlichen Konditionen an, so dass sich ein Vergleich im Vorfeld unbedingt lohnt.
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